Mudra-Handhaltungen gegen Stress und Motivationsmangel

Mudras sind ursprünglich Elemente der buddhistischen und hinduistischen Meditationspraxis. Das Wort stammt aus dem Sanskrit und bedeutet „Siegel“ oder „Erkennungszeichen“. Schon in der Antike nutzte man diese speziellen, dennoch sehr einfachen und schnell ausführbaren Handhaltungen, um den Menschen im Alltag zu unterstützen.

In der östlichen Heilkunde haben sich Mudras weit verbreitet, denn sie sind für jeden zugänglich – damals wie heute. Man benötigt nichts weiter als seine Hände und Finger. Sie helfen dabei, den Energiefluss im Körper aufrechtzuerhalten, auch wenn einzelne Bereiche durch Krankheit blockiert sind. Hand-Mudras stärken den Willen und wirken gleichermaßen auf Körper, Geist und Seele. Hier stellen wir einige einfache Handhaltungen vor:

1. Lotus-Mudra
Diese Übung gehört zum Herzchakra und steht für die Gesundheit und Reinheit des Herzens. Lege beide Hände so aneinander, dass sich nur die Handkanten und Fingerspitzen berühren. Öffne dann die Finger, sodass sich nur noch die Spitzen der kleinen Finger und die äußeren Seiten der Daumen berühren. Die anderen Finger spreizen sich so weit wie möglich. Atme viermal tief ein und aus. Danach forme die Hände wieder zu einer Knospe: Zuerst berühren sich die Nägel der vier langen Finger, dann die äußeren Flächen der Finger und schließlich die Handrücken. Kehre anschließend in umgekehrter Reihenfolge zur Knospen- und dann zur offenen Blütenhaltung zurück. Wiederhole dies mehrfach.

2. Mudra gegen Stress
Wer kennt nicht die Ausrede: „Dafür habe ich keine Zeit.“ Wenn du diesen Satz mehrmals am Tag sagst, wird es Zeit, dieses Mudra auszuprobieren – denn hier gibt es keine Ausrede wegen Zeitmangel! Diese Geste reguliert die Funktion der Schilddrüse. Dafür ballst du beide Hände zu Fäusten und drückst sie sanft gegeneinander, wobei sich die beiden Daumen berühren. Auch hier ist es wichtig, während der wenigen Minuten der Übung zu entspannen, tief durchzuatmen und für einen Moment die Außenwelt auszublenden.

3. Himmels-Mudra
Auch unsere Sinnesorgane lassen sich mit Mudras stärken. Besonders geeignet ist dafür das Himmels-Mudra. Es beugt Ohrenbeschwerden vor und soll sie, laut mancher Überlieferung, sogar lindern können. Beuge dazu den Mittelfinger so, dass er den Daumenballen berührt. Übe mit dem Daumen leichten Druck auf den Mittelfinger aus. Die übrigen Finger zeigen gerade nach oben. Führe diese Übung gleichzeitig mit beiden Händen aus – so entfaltet sie ihre volle Wirkung. Anfangs werden die anderen Finger vielleicht nicht so leicht in Richtung Himmel zeigen wollen, doch mit etwas Übung löst sich die Spannung in den Fingern.

4. Entspannungs-Mudra
Auch für tiefe Entspannung gibt es eine einfache Mudra. Reibe dazu zunächst die Handrücken aneinander und schüttle die Hände locker aus. Dann verschränkst du die Finger beider Hände ineinander, sodass die Fingerspitzen die Handrücken spüren – achte darauf, dass sich die Daumen nicht berühren. Im Sitzen zeigen die Handflächen dabei nach oben und ruhen auf den Oberschenkeln. Im Liegen legst du die Hände mit den Handflächen nach unten auf den Bauch. Wenn du dabei zusätzlich ein zusammengerolltes Handtuch unter die Oberschenkel legst, unterstützt das den Energiefluss noch mehr.

5. Faust-Mudra
Nach dem Essen, wenn man mit vollem Magen keine Lust mehr zum Arbeiten hat, kann diese Haltung helfen. Das Faust-Mudra wirkt positiv auf unsere Verdauung. Beuge dazu alle Finger ein und lege den Daumen auf den Ringfinger. Diese Geste aktiviert die Leber- und Magenenergie, unterstützt die Verdauung und beugt Verstopfung vor.

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