Die Astralwelt ist die Heimat der Seele. Die beiden grundlegenden Kräfte, die hier wirken, sind Sympathie und Antipathie, Anziehung und Abstoßung. Alle Formen entstehen aus diesen Kräften, und ihr jeweiliger Charakter wird durch das Verhältnis dieser beiden bestimmt. Die Seele fungiert als Bindeglied zwischen Geist und Körper, indem sie den Schwingungsunterschied zwischen beiden ausgleicht. Ohne die Seele wäre der Geist nicht in der Lage, sich in der physischen Welt zu verkörpern. Nach dem Tod hängt die Verbindung zwischen Seele und Geist davon ab, wie sehr die Seele noch an irdischen Begierden haftet.
Diese Verbindung bestimmt auch, auf welcher der sieben Ebenen die Seele verweilt. Wenn die irdischen Wünsche noch stark sind, bindet die Schwingung der Seele sie an die Erde. In diesem Fall bedarf es einer starken Reinigung, damit die Verbindung zum Geist wiederhergestellt werden kann. Auch der Geist bleibt von dieser Beeinflussung nicht unberührt, weshalb sich in der nächsten Inkarnation entsprechende Ausgleichstendenzen in Form von karmischen Erlebnissen zeigen werden.
1. Ebene
Dies ist die niedrigste Stufe mit der niedrigsten Schwingung. Hier sind giftige Pflanzen, blutrünstige und gefährliche Raubtiere (einschließlich Menschen) angesiedelt. Seelen, die von hier aus inkarnieren, stehen noch stark unter dem Einfluss der Naturgesetze und sind eng mit der Materie verbunden. Ihr Leben wird von intensiven Trieben gelenkt, ihr Bewusstsein ist dumpf und an den Körper gebunden. Für sie ist das physische Dasein von höchster Bedeutung, und ihr Verstand dient ausschließlich dem Egoismus, dem Besitzstreben und der Selbsterhaltung. Charakteristisch sind Grobheit, Grausamkeit, Gewaltbereitschaft, Überheblichkeit, Ichbezogenheit und der Drang zu töten.
Die niedrigen astralen Schwingungen sind so stark, dass sie sich auch im physischen Körper zeigen: kräftige, grobschlächtige, animalische Züge ohne jede Anmut oder geistige Durchdringung. In dieser Sphäre ist die Seele von völliger Dunkelheit umgeben, denn das geistige Licht kann hier nicht eindringen. Die Verkörperung in der physischen Welt bedeutet für diese Seelen Gnade und Erlösung.
Im physischen Leben lehnen sie bewusst jede Form spiritueller Lehre und Impulse ab, oftmals greifen sie diese sogar an. Aus dieser Ebene entstammen Mörder, Amokläufer und Schwarzmagier. Man muss jedoch zwischen Taten aus astralem Drang, Unwissenheit und mangelnder Entwicklung sowie solchen, die aus karmischem Ausgleich hervorgehen, unterscheiden. Wir können nicht wissen, ob eine Handlung auf die Unerfahrenheit einer jungen Seele zurückgeht oder das Finale eines langen karmischen Spiels darstellt.
2. Ebene
Zu dieser Ebene gehören Tierarten, die andere Tiere angreifen, sowie Pflanzen, die für den Menschen ungenießbar sind. Hier erstarkt das Ich, und mit ihm auch negative Eigenschaften und Charakterzüge: Eitelkeit, Ehrgeiz, Stolz, Jähzorn, Hinterlist und Lügen. Das gesamte Dasein wird als Kampf begriffen, in dem man siegen und andere besiegen muss — das ist ihre seelische Nahrung.
Die Instinkthandlungen nehmen ab, das Bewusstsein wächst, und so wird das Individuum gefährlicher. Sie sind jähzornig, lassen sich aber besänftigen. Sie schätzen körperliche und sinnliche Genüsse, neigen zu Maßlosigkeit und Extremen und kennen keine goldene Mitte. Zweifel und Skepsis bestimmen ihr Leben, bedingt durch die tiefe Verhaftung an die Materie. Aus diesen Gründen kommt es hier oft zu Selbstmorden.
Der Glaube taucht erstmals auf, doch meist nur, um in den Augen anderer gut dazustehen. Tieferliegende Wahrheiten bleiben ihnen noch verschlossen. Ihre Gebete sprechen sie meist für sich selbst und ohne wahren Glauben. Wenn sie gute Laune haben, tun sie gelegentlich Gutes, doch nur, wenn es auch jeder mitbekommt.
3. Ebene
Hier finden wir Pflanzenfresser und Haustiere, Pflanzen, die für den Menschen genießbar sind, und Heilkräuter. Die Seele strebt nun dem Licht entgegen. Einfachheit und Fleiß zeichnen sie aus, sie schätzen das Gute und suchen den rechten Weg. Ein Verlangen nach Frieden und Ruhe erwacht. Sie neigen zu Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, doch misstrauen jedem „verdächtigen“ Zeichen.
Sie kritisieren und urteilen gern, meiden jedoch Streit und wirken nach außen geduldig. Sie sind neidisch auf das, was andere besitzen oder auf deren gesamtes Leben, da ihnen tiefere Zusammenhänge von Ursache und Wirkung verborgen bleiben. Hierzu zählen die unscheinbaren, durchschnittlichen Menschen, die still ihren Weg gehen und jegliche Aufmerksamkeit meiden.
Viele Gläubige und religiöse Menschen befinden sich auf dieser Stufe, doch klammern sie sich noch krampfhaft an ihren Glauben. Ihre Liebe konzentriert sich auf die Familie. Der Begriff der göttlichen Liebe ist ihnen fremd, weshalb auch ihre Partnerschaften eher von Machtspielen geprägt sind als von Geduld und Akzeptanz. Die Versuchungen des weltlichen Lebens lenken sie noch leicht vom spirituellen Pfad ab, weshalb ihr Fortschritt langsam ist — sie gehören zu den sich entwickelnden Seelen.
Sie glauben, alles, was sie im physischen Leben erreicht haben, sei ihr eigener Verdienst. Diese Illusion verbirgt das Licht der göttlichen Gnade vor ihnen, und sie erleben ihr Dasein als einsam. Diese Täuschung stellt eine große Stolpergefahr dar. Die ersten drei Ebenen bilden eine Art Hülle um die Erdsphäre, von der eine Inkarnation noch verpflichtend ist.
4. Ebene
Hier herrscht Vielfalt und Vielseitigkeit. Je höher wir steigen, desto mehr befreien sich die Seelen von den Fesseln der Astralität und lassen sich zunehmend vom Geist leiten. Sie öffnen sich höheren Realitäten, haben aber noch keine direkten Erfahrungen.
Opferbereitschaft und die Fähigkeit zum Verzicht treten hervor. Sie sind ausdauernd, mutig und willensstark, aber auch anfällig für Schwärmereien. Ihre guten Eigenschaften stellen sie in den Dienst der Allgemeinheit. Sie können bereits aus göttlicher Liebe heraus Gutes tun.
Glaube und Vertrauen erscheinen klarer, doch noch können sie keine Opfer für jene bringen, die ihnen Leid zugefügt oder für sie heilige Dinge verletzt haben. Die Fähigkeit zu vollständiger Vergebung fehlt noch. Ihre Beziehungen dienen der Lern- und Reifungserfahrung. Unbewusst beginnen sie, ihren Dualpartner zu suchen. Durch Probebeziehungen werden sie von Teil-Dualen weiterentwickelt. Diese Ebene markiert einen Entwicklungsstand, von dem aus sich der Geist aus freiem Willen inkarnieren kann.
5. Ebene
Dies ist eine fortgeschrittene Ebene der Astralwelt. Seelen von hier beherrschen bereits die Eigenschaften der unteren Ebenen und haben sie transformiert. Ruhe und Akzeptanz prägen sie. Sie kennen das Gesetz des Schweigens, leben ein reines Leben, üben Maß und sind opferbereit.
Materielle Umstände beeinflussen ihr geistiges Leben nicht. Sie sind demütig, ehrlich, und ihr Inneres ist von reinem Glauben durchdrungen. Sie erleben die Wirkung göttlicher Gnade und wenden die Prinzipien von Vergebung und Liebe an.
Sie verstehen die spirituelle Bedeutung des Golgatha-Mysteriums und dessen Einfluss auf die heutige Welt. Negative Taten belasten ihr Gewissen nicht lange — sie streben sofort danach, Fehler zu korrigieren. Sie verschwenden keine Energie an Überflüssiges, sondern handeln zur rechten Zeit am rechten Ort.
Sie erinnern sich an den paradiesischen Zustand und streben auf ihrem Weg dorthin zurück, im Bewusstsein, dass die göttliche Einheit wiederhergestellt werden kann. Dafür bringen sie große Opfer und wirken in den Zwischenreichen häufig in den unteren Bereichen.
6. Ebene
Eine Inkarnation aus dieser Sphäre ist ein wahres Opfer für die Entwicklung der Menschheit. Eigene Ziele treten zurück. Mächtige Liebeskräfte, Geduld und Nachsicht prägen diese Seelen. Ein tiefes Gerechtigkeits- und Freiheitsgefühl strömt von ihnen in die Welt.
Sie inkarnieren an den schwierigsten Orten und zu den schwersten Zeiten, um auch nur eine einzige Seele vor dem Abgrund zu retten. Oft werden sie deshalb von der Menschheit mit Ausgrenzung, Verachtung oder sogar dem Tod bezahlt, da ihre Lehren nicht immer verstanden werden. Sie sind die „Opferlämmer“, deren Blut die Macht des Bösen bricht.
7. Ebene
Dies ist die höchste Ebene der Astralwelt. Sie wird bereits von der Kraft und dem Licht der geistigen Sphären durchdrungen und bildet eine wahre Grenzregion zwischen beiden Bereichen. Die niederen Schichten nähren sich von hier mit Energie. Auf emotionaler und natürlicher Ebene besteht keine Abhängigkeit mehr zur Erde, reine Erkenntnis und Weisheit durchdringen diese Ebene.
Hier warten die Dualseelen aufeinander, falls sie nicht gleichzeitig ihren physischen Körper abgelegt haben, bevor sie gemeinsam weiterziehen. Irdische Wünsche und Gedanken existieren hier nicht mehr. Die Seelen sind rein und bereit, in die geistigen Sphären aufzusteigen.
